reflections

Malediven oder Pleiten Pech und Pannen oder Auf der Jagd nach dem Walhai oder Allein unter Schweizer

Zum ersten Mal war ich auf den Malediven. Weil ich endlich so richtig viele Mantas sehen wollte und Walhaie. Und man sagt, das ginge auf den Malediven. Daher haben wir gemacht, was viele Reisende machen: eine Woche auf einem Safari Boot und 2 Wochen in einem Resort. Natürlich hatte ich vorher genau recherchiert, zu welcher Zeit die Tiere wo sind und danach sowohl das Boot und die Tour als auch das Resort ausgewählt.

Um es vorweg zu nehmen: wir haben viele Mantas gesehen und 3 Walhaie. Aber sonst war es nicht direkt der Traumurlaub. Eher Pleiten Pech und Pannen.

Womit fange ich an: vielleicht mit meiner Gesundheit: es begann damit, dass sich die Stelle an der ich mir im November im Gesicht einen Hubbel (ich lasse mal das Fachwort weg) entfernen ließ, entzündet hat. Ich hatte also eine Stelle im Gesicht die weh tat, eitrig und rot war. Sehr schön. Dann hatten wir einen Tauchunfall (nicht meine Schuld) und meine Beine haben gelitten. Sprich 2 tiefe Abschürfungen und mehrere kleine. Dann natürlich Bisse von Nesseltieren, 3 entzündete Mückenstiche, überhaupt Mückenstiche (als einzige auf dem Boot) und eine Allergie an den Unterarmen, wobei ich nicht weiß wovon, ist dann nach 6 Tagen auch wieder weg gewesen und zum Schluss noch kleiner Kontakt mit Korallen (eigene Schuld), was sich auch entzündet hat und nun vor sich hin suppt. Nicht schön, wenn man wieder Winterkleidung tragen muss.

Dann mach ich mal mit den Verlusten weiter: Beim Tauchunfall mein Yap Erinnerungshaarband und wirklich teuer: meine Maske. In die Taschenlampe ist Wasser gelaufen. Meinen Bikini hatte ich auf dem Boot wie alle anderen auch auf den Wäscheständer gehängt und als ich ihn am nächsten Tag abnehme, ist die Hose durchgerissen…und der war neu…Gleich beim ersten Tauchgang habe ich die Gewichtstasche von der Weste verloren. Mein Schatz hat die Tasche der Boje im Wasser verloren (haben die Jungs der Tauchbasis aber gefunden ) und die Halterung an der die Schnur für die Boje hängt (haben wir absinken sehen, sind aber nicht nachgetaucht)

Aber das Schlimmste war eigentlich, als wir im Resort ankamen, mussten wir feststellen, dass der Bungalow, den wir über ein Reisebüro gebucht hatten, das Gartenzimmer war. Die Gartenzimmer sind in Häusern mit jeweils 4 Zimmern mitten auf der Insel, also man sieht und hört das Meer gar nicht. Und ich dachte wir haben so einen Bungalow am Strand, mit eigenen Liegen davor, wo man praktisch nur aus dem Haus muss und schon am Meer ist. Wir mussten uns immer eine der wenigen freien Liegen am anderen Ende der Insel suchen (die Insel war immerhin 900 m lang) um am Strand liegen zu können. (sprich morgens Handtuch drauf legen um die Liege zu reservieren).

Es gab aber auch etwas Gutes: Nach nur 130 Tauchgängen weiß ich jetzt, wie ich den Druckausgleich machen muss und somit relativ schnell und vor allem FAST OHNE SCHMERZEN herunter komme. Nix Nase drücken, schlucken!!!! Es ist soo schön. Und ich bin auf dem Boot nicht seekrank geworden und brauchte keine Tabletten!!!!

Wir haben das Dreifach-Spektakel am 31. Januar: Supermond und blau und blutrot gesehen. Auf den Schiff. Nur wunderschön. Das Meer hat geleuchtet, dann war es dunkel und dann wieder dieses Leuchten. Irre.  

 

Aber nun von Anfang an:

Wir sind Qatar Airways geflogen und wie so oft gab es schon in Berlin die ersten Probleme: aber nicht weil wir zu spät waren, oder der Flieger, nein: wegen des Gepäcks: man hat 30kg + 8 kg Handgepäck. Darf aber nur ein Handgepäckstück haben. Sagen jedenfalls die Mitarbeiter der Qatar in Berlin. Wir haben natürlich jeder 2, weil wir einen Rucksack haben (Over night bag, aus Erfahrung) und die Regler in einer extra Tasche. Lange Diskussionen beim check in, aber wir haben sie durchbekommen (bei der Rückreise gab es GAR kein Problem und in Doha hat es auch keinen interessiert), so viel dazu. Nächstes Problem: Da mir der Touroperator des Safaribootes am Anfang einen falschen Rückflughafen genannt hat, hatte ich ja falsche Flüge gebucht. Dann kam die Korrektur, hat mit Air Maledivian auch alles geklappt, aber das war dann etwas teurer und das könnte ich in Male am Flughafen bezahlen, bei Ankunft. Also sofort in Male zum Schalter und…Flüge bestätigt bekommen, aber zahlen müsste ich im Büro direkt in Male. No way, keine Zeit, Boot wartet ja schon. Dann könne ich es in Koodhoo zahlen. Ok.

Das Boot war sehr chic, finde ich, hab ich gut ausgewählt. Da kann man es aushalten. Insbesondere gab es ein überdachtes Sonnendeck. Und da zwischen den Tauchgängen viel Zeit, ist das ganz wichtig. Das Boot gehört einer spanischen Company, deshalb bestand die europäische Crew aus Spaniern und einem Engländer der die Videos gedreht hat (hat man am Ende kostenlos bekommen). Allerdings war es laut, insbesondere die Klimaanlage, weshalb wir die nachts ausgemacht haben, Fenster ging aber natürlich nicht zu öffnen, es war also SEHR heiß.

 

Der erste Tauchtag war gleich „großartig“: beim Checkdive die Gewichtstasche verloren, der eine Guide findet sie und nimmt sie mit und verliert sie auch wieder. So etwas passiert nur mir!!! Beim zweiten Tauchgang dachte der Guide, ich komme nicht herunter (ich hab ja immer Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich und dolle Schmerzen, was ich aber natürlich vorher auch angesagt hatte) und ist wieder aufgetaucht. Da war ich aber schon auf 5m. Also in den Schmerzen. Er guckt mich also fragend an, ich sage ich es nochmal und wir tauchen wieder ab, also noch einmal schmerzen. Ich hätte fast geweint. Dafür ging der Aufstieg schnell, erst von 20 m auf 5, also der Guide wollte das so und dann bin ich gleich ganz hochgeflogen. Aber zumindest da hatte ich Glück, hatte keine Folgen für mich. Dafür war der dritte Tauchgang interessant. Es gibt eine Stelle wo Stachelrochen und Ammenhaie angefüttert werden (ok, das ist natürlich nicht natürlich), aber die Viecher kommen dann in Scharen und schwimmen zwischen einem herum auch ganz nah, ich bin einige male berührt worden. Also näher kommt man den Tieren nicht.

Wir haben ja u.a. diese Tour wegen der Mantas gewählt, naja in der ganzen Woche haben wir 2 gesehen. Dafür hatten wir eine Guide der wohl noch unerfahren war.   An Tag 3 sind wir an einer Wand herunter und wollten zum Kanaleingang schwimmen. Wir schwimmen also nach rechts, dann dreht er und es geht nach links dann dreht er wieder nach rechts, dann wieder nach links und keine 20 min später zeigt er an, dass wir auftauchen sollen. Ich hatte noch 120 bar. Oben merkte ich dann, dass es sehr hohen Wellengang hat und habe Maske aufgelassen und den Regler im Mund, so ist man ja am besten geschützt. Dann Ansage, wir sollten weg vom Riff. Hieß GEGEN die Strömung schwimmen. Dann hieß es plötzlich wir sollen zum Riff und zu der kleinen Insel und aus dem Wasser. Hieß über das Riffdach mitten durch hohe Korallen. Laufen ist da ja nicht richtig möglich und dann hat mich eine Welle voll erwischt und in die Korallen geschmissen. Dabei flog die Maske weg, ich habe mir die Beine aufgeschlagen und, was am schlimmsten war,  hing mit der Flasche fest. Und war etwas unglücklich, weil die nächste Welle hätte mich ja erwischen können und wer weiß, wo ich dann gelandet wäre. Meinen Freund hatte es auch umgehauen und auch der kam erst nicht raus, konnte sich dann aber „befreien“ und zu mir kommen. Er sieht übrigens an den Beinen aus wie ich, wir bluteten also beide. Dann haben wir ewig auf der Insel gewartet, weil uns das Boot  nicht gesehen hat. Irgendwann kamen die dann, stellten auf dem Weg aber fest, dass sie uns nicht abholen können, weil da ja das Riff war, sind zurück in Richtig Schiff gefahren und haben dort das kleine Beiboot geordert. Wir (5 Taucher)sind also etwas geschockt, kommen am Dhoni an und da stehen die anderen Taucher auf den Sonnendeck lachen und klatschen. Sie dachten wir wollen dort schwimmen und uns auf der Insel ausruhen!!! Wie gesagt, mein Freund und ich bluteten. Ich dachte echt ich träume, daraufhin habe ich den Mittelfinger gezeigt. Die spanischen Gäste waren sofort ruhig. Später erklärte man mir, ich möge ich mich doch für diese Geste vor allen entschuldigen. Also wir haben ohne Not einen Notausstieg machen müssen, waren verletzt und meine Maske war weg und ICH sollte mich entschuldigen??? Mein Freund wird da heute noch nicht drüber fertig. Hab ich natürlich nicht gemacht.

Als wir unseren Unmut dann beim Manager des Bootes geäußert haben (also wir wissen bis heute nicht warum wir überhaupt aufgetaucht sind und nicht weiter geschwommen sind) hieß es, der Guide hat alles richtig gemacht. Das Boot hätte uns im Wasser nie gefunden. Man muss aber sagen, wir sind GENAU an der Stelle wieder aufgetaucht, wo wir rein gesprungen waren. Und da findet uns das Boot nicht??? Naja, jedenfalls sind wir mit dem Guide nicht mehr getaucht.  Insgesamt waren die Tauchgänge eher unspektakulär. Und enttäuschend. Also es sollte da ja alles Große geben und gesehen haben wir einige Haie. Die hatten wir schon früher. Und tauchen mit Walhaien war auch nicht, immerhin haben sie nachts mit einer Lampe am Boot einen angelockt und so konnte ich meinen ersten Walhai sehen. Das ist schon schön. Es war ganz ruhig und der war ganz entspannt am Boot und hat sein Plankton gefressen. Und am letzten Tag hatten wir ca. 100 Delfine am Boot. Das war grandios. Die sind gesprungen, aufgetaucht, abgetaucht das volle Programm. Echt irre. So viele sind ja ganz selten zusammen, meist hat man eine Gruppe. Das war praktisch wie ein Familientreffen. Nach dem letzen Tauchgang sind wir dann auf eine einsame kleine Insel gefahren worden wo wir mal Strand hatten und in der Lagune schwimmen konnten, so wie man sich die Malediven vorstellt.

Am nächsten Tag ging es dann zurück von Koodhoo nach Male. Wir sind 10 Uhr vom Boot rüber auf die Insel, dann mit dem Gepäck zum Flughafen in der Hitze gelaufen. Man muss nämlich 2h vorher am Flughafen sein, (der Flieger ging 12.30 Uhr) weil es da nur einen Schalter hat…aber zunächst mussten wir ja bezahlen. Also aus der Schalterhalle ins Air Maledivian Büro, da hat eine nette Angestellte dann 10 min in ihren Computer getippt, dann sagte sie, wir hätten ja Glück, dass wir noch mitkämen, der Flug wäre ausgebucht (hä? Ich hatte den ja eine Woche vorher bestätigt) und wir müssten 15 Dollar nachzahlen (nach der Buchung damals hieß es 2x 26 Dollar aber wer widerspricht da schon). Ich also 15 Dollar auf den Tisch gelegt, dann hat sie wieder 5 min getippt und mir die Quittung ausgedruckt. Mit der wieder in die Schalterhalle. Aber einchecken war noch nicht, weil unser Gepäck 3 mal aufgemacht werden musste…mei. Aber nach 1h waren wir eingecheckt und gegen 13 Uhr ging es dann auch los. Dann wurden wir in die Warte Lounge des Resorts gebracht und haben da wieder 2,5 h gewartet bis unser Wasserflugzeug dann gestartet ist. 18 Uhr waren wir dann endlich auf der Insel. In der Zeit ist man auch von Europa herüber geflogen…wir waren also schon ein bisschen angespannt und dann das Malheur mit dem Zimmer. Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass ich nach dem Mist auf dem Boot nun endlich den Traumurlaub hätte. Ja gedacht.

Aber sonst war das Ressort schön. Also auch die Gartenzimmer waren sehr schön, geräumig und klasse Badezimmer und zumindest im der Mitte der Insel, so dass unsere Wege nicht so weit waren. Das Essen war Buffet mit so vielen verschiedenen Gerichten, dass ich bereits beim Frühstück immer völlig überfordert war. Mittags und abends habe ich mich dann an die Curries gehalten, schließlich kommen die Einwohner der Malediven ursprünglich aus Sri Lanke, das ist praktisch Indien da kann man auch Curry essen. Europäisches Essen habe ich hier auch. By the way, wenn europäische Nacht war, gab es sogar Kassler, Sauerbraten und Semmelknödel. Die Masse der Touristen dort kam aus  der deutschsprachigen Schweiz, ich hatte noch nie so viele Schweizer um mich herum wie dort , außer in der Schweiz natürlich. Und beim Tauchen lernt man die Leute ja auch kennen, wir hatten also immer etwas zu reden und schöne Abende an der Bar. Die Insel ist 900 m mal 250m. Man kann also wirklich auch mal laufen, es gab eine schöne Sunset Bar und da wir All inklusive hatten sind wir da also immer zum Deko Drink hin. Es gab 2 Pools (wobei jch ja finde, was brauche ich Pool, wenn die Lagune daneben ist) Tennisplatz, Gym, Minigolf und Fußballplatz. Wassersport und tauchen, natürlich. Wir hatten die Insel ja gewählt, weil es dort 10 Einstiege am Hausriff gibt es dort und in der Nähe die Mantas und Walhaie sein sollten. Also das Hausriff ist Tod. Es gibt dennoch überraschend viele Fische, inklusive kleine Haie, Schildkröte und 2 Adlerrochen, dafür musste man nicht mal schnorcheln. Wir sind also nur einmal am Hausriff getaucht, zu langweilig. Haben dann immer Bootstauchgänge gemacht. Zweimal zu den Mantas und da waren sie dann wirklich. GANZ viele. Allerdings beim ersten Tauchgang auch immer ganz viele Gruppen von Tauchern, beim zweiten wurde es dann deutlich ruhiger und wir hatten am Ende noch so viel Luft, so dass wir als letzte aufgetaucht sind und die Tiere einige Minuten ganz für uns hatten. Das ist auch wunder schön. Die schweben so majestätisch. Aber wir waren ja noch auf der Jagd nach den Walhaien. Das ist (wie bei den Mantas auch) ein Tagesausflug. Am ersten Tag, NIX, NADA, Nothing. Kein Walhai. Haben den Ausflug dann ich einmal gemacht, erster Tauchgang wieder nix. Dann sind wir aufgetaucht und es hieß am Boot, dort ist einer, ihr könnt schnorcheln. Naja. Es waren 5 andere Boote da, die meisten Boote mit jeweils 15- 20 Leuten an Bord. Allein ist anders. Es war also eine Masse an Schnorchlern und ein Walhai. Ich habe den zunächst gar nicht gesehen, weil das Wasser so aufgewühlt war und dann dachte ich: Erstens: ich bin eine gute Schwimmerin und zweitens ich kann schnorcheln. Und nicht nur im Wasser planschen Und dann bin ich los, habe den Walhai gefunden und mich vom Schwanz bis zum Kopf durchgekämpft (Also der war 5 m unter uns) und habe alles aus dem Weg geräumt, was mir in die Quere kam. Und der Fisch ist da seelenruhig geschwommen. Ich an seiner Stelle wäre längst weg gewesen. Es gab ja auch immer Schnorchler die unter getaucht sind um das perfekte Foto zu haben und dem sehr nahe gekommen sind. Was man ja nicht soll, aber wen interessiert das. Irgendwann habe ich mich einfach zurückfallen lassen und die Meute weiter ziehen lassen, armes Tier.

Und dann…beim zweiten Tauchgang…nix. Die anderen Taucher von unserem Boot waren irgendwie weit vor uns und wir waren mit 2 Schweizern die letzten.  Es war langweilig. Habe dann nach Schnecken gesucht. Und plötzlich tippt mich der Schweizer an und direkt neben uns schwimmt er!!! Der Walhai!! 4-5 m groß, also eigentlich klein, aber das größte, was ich bis dahin gesehen hatte. Ganz ruhig und 30 Sekunden später ist er im Blau verschwunden. Ich war happy. Endlich!! Und der Witz war, der zweite Schweizer hat ihn nicht mal gesehen, die anderen natürlich auch nicht, weil zu weit entfernt. Wir waren die Helden des Tages und auf der Tauchbasis wussten es schon alle als wir zurück kamen. Das war es genau, was ich wollte. Und niemand hat ihn gestört. So schön.

Fazit: Es war schön, aber meinen Malediven Traumurlaub hatte ich mir insgesamt doch anders vorgestellt…da muss ich wohl noch einen Versuch wagen…    

24.2.18 18:03

Letzte Einträge: Wochenrückblick 03.06.2018, Wochenrückblick 03.06.2018, Wochenrückblick 03.06.2018, Wochenrückblick 03.06.2018, Wochenrückblick 03.06.2018, Wochenrückblick 03.06.2018

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung